• Susi

Ich kann!

Das wichtigste Erlebnis in meinem Leben?

Viele Geschichten könnte ich erzählen, zu diesem Erlebnis. Zu vielen Zeitpunkten hat es stattgefunden. Manchmal waren es dramatischere Ereignisse, manchmal war es nur ein Atemzug oder das Aufstehen am frühen Morgen.

Das Erlebnis heißt: Ich kann! Ich. Kann.

Als ich auf die Welt komme, glauben die Ärzte, ich könne nicht. Sie holen mich mit der Zange, ohne zu fragen.

Immer wieder in meinem Leben stoße ich an den Gedanken: Ich kann das nicht. Oder. Ich kann nicht mehr.

Und es ist nicht wahr. Niemals ist es wahr gewesen.

Als mein Sohn im Kindergarten war, sagte ich mal zu der Erzieherin, ich könne nicht singen. Sie zog erstaunt die Augenbraue hoch und sagte (in etwas freundlicheren Worten): "Was ist das für ein Bullshit? Jeder Mensch kann singen, sogar ein Neugeborenes kann das."

Dinge, die ich niemals zu können glaubte, ich konnte. Ich sage nicht, dass es immer leicht war und nicht von Ängsten begleitet. Nur das Ergebnis war stets, ich wollte und so konnte ich dann auch:

- Ich kann gegen den Widerstand meiner Eltern einen Schulwechsel durchsetzen, als ich zarte 14 bin.

- Ich kann ein brotloses Fach studieren und damit später mein Brot verdienen.

- Ich kann über den Tod meiner Babys hinwegkommen.

- Ich kann ein lebendes Kind gebären und ihm eine gute Mutter sein.

- Ich kann mich nach dreißig Jahren in tiefer Liebe von meinem Mann trennen und für immer mit ihm verbunden bleiben.

- Ich kann meinen Körper lieben und mich zu meiner eigenen Sinnlichkeitsqueen entwickeln.

- Ich kann wunderschöne Texte und kraftvolle Bilder malen.

- Ich kann mir den Mann, in den ich verliebt bin, mit anderen Frauen teilen.

- Ich kann meine Teilnahme an einem wichtigen Treffen, bei dem ich eine zentrale Funktion habe, aus Gründen der Selbstfürsorge absagen.

- Ich kann (mit Grüßen an Carmen Thomas) diesen ganz besonderen Saft trinken.

- Ich kann diesen Text herzklopfend auf meinem Profil und meiner HP teilen und mich damit auch unbequemen Urteilen oder Kommentaren aussetzen.

Ich kann!

Ich. Kann.

Es tut so gut, sich daran zu erinnern, dass ich immer konnte, immer kann und immer können werde. *Jetzt, wo ich gerade gegen den Widerstand meiner inneren Kritikerin bwz. meiner Ärztin an folgenden Projekten dran bin und mir manchmal erzähle, ich könne das nicht.

Doch die Prognose ist:

- Ich kann ohne Erfahrung und ohne Ahnung vom Buchmarkt ein Buch schreiben, veröffentlichen und viele Menschen damit berühren und inspirieren.

- Ich kann meinen Bluthochdruck ohne Medikamente, nur durch alternative Medizin und Veränderung meiner Lebensgewohnheiten loswerden.

Ich werde es tun, weil ich kann!

Manchmal will ich etwas nicht und das ist etwas anderes. Dann will ich eben nicht. Und Punkt.

Aber Können: Können hab ich immer gekonnt.

Ich. Kann.

Und du? Wo konntest du, obwohl du glaubtest: "Ich kann nicht"? Und wo erzählst du dir noch, du könntest nicht? Und kannst du sicher wissen, dass das wahr ist? Kannst du? Wirklich? Wer wärest du wohl, ohne diesen Gedanken?

Sind es nicht eher andere Dinge, z.B. Scham oder Angst, also vor allem Gedanken, die dich abhalten, als ein Nicht-Können?

Schau dir die Paralympics an. Wir Menschen können ziemlich viel, selbst wenn wir etwas nicht können. OK fliegen können wir definitiv nicht, aber auch dafür haben wir Mittel und Wege gefunden, als wir unbedingt wollten.

Wir. Können. Du. Auch.

------------------------- Impressum ----------------------------- Text: Susane Große-Venhaus #ProjektSchamLos, www.liebens-lust.de Bild: unsplash Miguel Bruna

Inspiriert von meinem Leben und der wunderbaren The Work of Byron Katie, die mich immer wieder so genial einfach von meinen inneren Lügen an den Kern dessen führt, was ich tatsächlich kann.

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Einsam.

DANKE, MAMA

Wie lange?

HIER ABONNIEREN UND KEINEN BEITRAG MEHR VERPASSEN 

© 2019 Susanne Große-Venhaus  - Impressum  - Datenschutz