• Susi

The Work Schach - Matt

Aktualisiert: 1. Dez 2019

Telefonier ich so mit einem geschätzten Work-Kollegen über das Leben, die Liebe und so. Ja, wir reden nur und nein, wir worken gerade nicht. Worken, was ist das, fragst du dich? The Work of Byron Katie ist ein Weg, um Stress erzeugende Gedanken zu erkennen und auf ihren Wahrheits- und Realitätsgehalt zu überprüfen und führt fast unweigerlich zu einer Erweiterung der unter Stress meist sehr eingengten Perspektive.










Unser Leben hat sich verändert, ist freier geworden, seit wir worken, also unsere Gedanken mit The Work untersuchen. Aber, was erzähle ich da? Er und ich worken ja gerade nicht, sondern reden nur.


Also zurück ans Telefon. Ich schaue aus dem Fenster ins Grüne und erwähne Schwierigkeiten in meiner Beziehung und dass ich manchmal ans Schlußmachen denke.


Er (und ich "höre" förmlich wie er erstaunt ungläubig schmunzelnd die Augenbrauen hochzieht): "Wieso das dennnnnnnn????"


Ich so: "Er hat sich frisch verliebt, was er ja darf, weil wir ja polyamor leben."


Er lacht über das "darf". Als gäbe es in einer Beziehung jemals etwas, was zu verbieten wäre und findet eine bessere Formulierung, die ich jetzt glatt nicht mehr erinnere, auf jeden Fall, dass das keinesfalls ein Grund ist, diese wundervolle Beziehung zu beenden. "Wäre doch schade" meint er.


Ich bin aber gerade in Aber-Laune: "Mir ist das Tempo, was er vorlegt einfach zuviel."


Immer noch diese hochgezogen lächelnden Augenbrauen im Ton seiner Stimme: "Ach ja? DU kommst mit dem Tempo nicht mit? Ist das wahr?" Bedeutungsvolle Pause, ich weiß, das ist nicht nur eine The Work-Frage, er schmunzelt definitiv auch darüber, dass ausgerechnet von mir so eine Aussage über zuviel Tempo kommt. "Ist das wahr? Kannst du das sicher wissen?"


Ich schwanke zwischen mich unverstanden und mich gesehen fühlen, entscheide mich für letzteres, lache verhalten und wage einen weiteren Versuch: "OKeeeee, vielleicht nicht, AhaaBER.." (die Aberlaune will unbedingt nochmal dazu senfen) "..ich fühle mich einfach total überfordert."


"Du fühlst dich überfordert? Ist das wahr? Bist du sicher?" Und da ist immer noch dieses zugewandte Grinsen in der Stimme.


Ich wage ein letztes Aufbegehren: "Manchmal hab ich einfach das Gefühl, ich packe das alles nicht."


"Ja, das denkt man so, während man im Sessel sitzt und das alles gerade packt."


Muß ich noch erwähnen, dass ich während des gesamten Telefonats gemütlich im Sessel sitze?


Schachmatt. Treffer - versenkt. Was für ein wunderbares Gefühl der Hingabe. Es stimmt. Ich packe es. Und mehr noch. Es bereichert mich.

Danke lieber Ralf Giesen für deine Zugewandtheit und die richtigen Kommentare zur richtigen Zeit und danke liebe Susanne Große-Venhausfür deine Hingabe an deine Wahrheit.

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